Kontakt
Robert Meyknecht
Robert Meyknecht
+49 451 40 08 50

Blumen am Himmel von Aserbaidschan

...so in etwa lautete der Wunsch dreier gut gekleideter Herren, die im Herbst 2009 ganz unvermittelt das Büro des Ballonunternehmens „geo • Die Luftwerker“ in Lübeck betraten. Wie sich später herausstellen sollte war unter ihnen der Gouverneur von Baku.

Alles klang so wie das Land aus dem die drei Herren kamen:
märchenhaft!

Und, es war der Anfang einer wundervollen Begegnung zwischen Orient und Okzident. Zwischen Menschen aus dem Kaukasus, neugierig auf ein völlig neues Abenteuer mit Ballonen am Himmel von Aserbaidschan und drei Ballonfahrern aus Deutschland, neugierig auf ein Land „am Ende der Welt“. Aber frei nachdem urdeutschen Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, begann die Beziehung auf ganz geschäftlicher Basis:


Baku - Hauptstadt 3 Meter unter dem Meeresspiegel


Baku, Hauptstadt Aserbaidschans, liegt 3 Meter unter dem Meeresspiegel und ist die wichtigste Hafenstadt am Kaspischen Meer. Ihre ca. 2 Mio. Einwohner feiern im Mai das für sie wichtigste Fest im Jahr „Gül Bayrami“, das Blumenfest. Für 2010 sollte eine Balloninszenierung am Himmel über Baku, zu Ehren des verstorbenen Präsidenten Heydər Aliyev, das Highlight der Veranstaltung bilden.

Zunächst galt es, viele Fragen auf beiden Seiten zu klären, denn bislang war Aserbaidschan Neuland für Ballonfahrer. Für uns so simpel erscheinende Dinge wie: Größe und Ausstattung der Ballone, Artwork, Zulassung, Genehmigungen, Start- und Landegelände, Transport nach und in Aserbaidschan sowie nicht zuletzt das Wetter, standen im Mittelpunkt der ersten Begegnungen.

Die fristgerechte Herstellung der Hüllen war ein wichtiger Teil des Projektes. Dank der im Jahr 2009 angeschafften Digitaldruckmaschine, konnte Cameron die „Blumen von Baku“ in erstklassiger Bildqualität auf den Ballonstoff drucken. In gewohnter Routine und inzwischen eingespielter Partnerschaft zwischen „Cameron Balloons“ und „geo • Die Luftwerker“ funktionierte die Lieferung reibungslos.


Der Rosenkavalier von innen


Nachdem Ende April aus Baku die Rückmeldung der sicheren und unfallfreien Ankunft der Ballone in Lübeck eintraf, näherte sich das Projekt der „heißen Phase“. Die Piloten Dominik Baummüller, Robert Meyknecht und Markus Pieper sollten vor dem Fest ein oder zwei Fahrten mit den farbenprächtigen Z150 über Baku machen. Nicht so einfach wenn man bedenkt, dass sich Baku selber auf einer Halbinsel von ca. 30 km Nord/Süd-Ausrichtung im Kaspischen Meer befindet. Auf dieser Halbinsel liegt neben dem dicht bebauten Stadtgebiet Bakus im Norden die Stadt Goradil. Dazwischen liegen zwei Seen umrahmt von unzähligen Ölquellen sowie im Osten Bakus der Internationale Flughafen als imaginäre Wand vor dem Meer. Also max. 5 km Landeflächen im Norden und Osten der Stadt.


Die erste Fahrt über Baku



Es gibt kein besseres Verfolgerfahrzeug!


Wenn man weiß, dass Baku übersetzt „die Stadt der Winde“ bedeutet, wird selbst der geübte norddeutsche Ballonfahrer etwas kleinlaut und zeichnet vor seinem geistigen Auge die möglichen Start- und Landesituationen nach. Ernst wurde es am 07. Mai, im Rahmen einer ersten Testfahrt. Lokal vorhergesagt war Wind aus SSO mit 6 Knoten, der sich als Nordwind entpuppte und den Ballon auf die nur 1,5 Kilometer entfernte Küste des Kaspischen Meeres zubewegte. Erst in über 3000 Fuß Höhe drehte der Wind auf SW und die Fahrt konnte sicher mit festem Boden unter dem Korb beenden werden. Ein gutes Omen für die noch folgenden 14 Fahrten im Rahmen der Feierlichkeiten.


20 m² LTB am Stadtrand...


Abgesehen von einem kleinen Riss in der „Rosen-Hülle“, der fachmännisch im 20 m² kleinen „LTB“ am Stadtrand von Baku genäht wurde, waren alle drei Ballone einsatzbereit für Ihren großen Auftritt.

Immer wieder, während unseres 6-tägigen Aufenthaltes ergaben sich auch Gelegenheiten, Land, Leute und die besondere Gastfreundschaft der Aserbaidschani kennenzulernen. Wir lernten das kleine Einmaleins der Teekultur ebenso wie die gesunde und gleichzeitig abwechslungsreiche Küche kennen.


Tulpen in Baku


Mehrere tausend Zuschauer, TV-Stationen aus Aserbaidschan und der gesamten Kaukasusregion sowie der Türkei erwarteten den amtierenden Präsidenten, Ilham Aliyev zum Höhepunkt des Blumenfestes persönlich. Dieser hatte kurzerhand angeordnet, die Ballone um 11.00 Uhr Ortszeit, während seines Rundganges durch den Park sehen zu wollen. Nun hatten wir wirklich ein Problem! Wie sagt man einem aserbaidschanischen Machthaber, was Thermik für Ballone bedeutet? Die Antwort auf die Frage waren 2 Tonnen Sand und sechs Helfer je Ballon, mit denen wir schließlich die Prunkstücke sicher am Boden zur Schau stellen konnten.


1.5 Millionen Blumenköpfe für den ehemaligen Präsidenten



Geschmückte Kinder zum GÜL BAYRAMI


Eine abschließende Abendfahrt im Rahmen des Blumenfestes rundete das Abenteuer Aserbaidschan für alle Beteiligten ab.

Das Projekt Baku 2010 wurde somit für das gesamte Team, insbesondere für „geo • Die Luftwerker“ um Robert Meyknecht zu einem weiteren Erfolg des Jahres.

geo • Die Luftwerker
Lübeck, 02. August 2010
Robert Meyknecht

» Zurück zum Seitenanfang