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Robert Meyknecht
Robert Meyknecht
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Der größte Mond auf Erden

Im Gasometer Oberhausen sind derzeit die Planeten in großformatigen Modellen zu sehen. Absolute Attraktion ist der 25m große Mond, ein Kaltluftballon auf dem die Oberfläche des Erdtrabanten abgebildet ist.

Der Erdtrabant besteht aus 160 Einzelteilen und ist natürlich ein Ballon. Im Gasometer in Oberhausen läuft bis zum 30. Dezember 2010 die Ausstellung "Sternstunden -Wunder des Sonnensystems" mit großformatigen Weltraumbildern und Modellen der Sonne und ihrer Planeten. Absoluter Höhepunkt der Ausstellung ist eine monumentale Mondskulptur schwebend im Luftraum des Gasometers.

Der Gasometer - oder der "Riese am Kanal" wie ihn Oberhausen gerne nennt - wurde 1927 erbaut und diente als Zwischenspeicher für 350.000 m³ Koksgas zur Versorgung der benachbarten Industrieanlagen. Seit der Stilllegung wird er als Ausstellungsraum genutzt. Durch seine gigantischen Dimensionen - er ist 110 m hoch und hat einen Durchmesser von 70 m - ist er natürlich für riesige Exponate prädestiniert.

So konnte hier im Jahre 2004 die Hülle des Breitling Orbiter (erster Ballon, der nonstop die Welt umrundete) in voller Größe gezeigt werden. Wolfgang Volz, der Kurator des Gasometers ist als enger Mitarbeiter der Aktionskünstler Jeanne-Claude und Christo im Umgang mit großen Textilobjekten geübt. Er hatte schon länger den Traum, den Mond in diesem Raum aufgehen zu lassen. In Jubiläumsjahr der Mondlandung von 1969 sollte dieser Traum Realität werden und nun schwebt ein 25m großer Kaltluftballon im Mondgewand über den Köpfen der Besucher. Dieser Erdtrabant sieht überaus realistisch aus, denn die gesamte Hülle wurde digital mit originalen Mondaufnahmen bedruckt. Doch dieses vielleicht größte Kaltluftdisplay musste erst einmal realisiert werden.

Hier war das Unternehmen "geo • Die Luftwerker" - ehemals "geo ballooning" aus Lübeck gefragt.

Die Firma ist seit fast 10 Jahren als Luftfahrtbetrieb mit der Spezialanfertigung von Werbung für die Luftfahrt am Markt. Neben Verkauf und Instandhaltung von Heißluftballonen und deren Komponenten sind die Außenwerbung auf Heißluft-, Gasballonen und Luftschiffen sowie die spezialisierte Herstellung von Inflatables das Kerngeschäft des Luftfahrtechnischen Betriebes. Qualität und Präzision machen die Gewerke einzigartig und hier kommt "geo • Die Luftwerker" das technische Know-how aus der sensiblen Luftfahrtechnik auch bei der Herstellung von Sonderformen und Spezialanfertigungen zugute. Genau das richtige Team also, um den Mond auf die Erde zu holen.

Da der Oberhausener Himmelskörper ja mindestens ein Jahr lang ein Vollmond bleiben sollte, waren im Vorfeld in Zusammenarbeit mit Ballonbau Wörner in Augsburg umfangreiche Untersuchungen zur Materialwahl, Reißfestigkeit, Luftdurchlässigkeit, Nahtausführung, Gebläsedimensionierung und inneren Lastabtragung nötig.
Die verwendeten Bilddaten stammen aus der Clementine-Mission der NASA von 1994, bei der ein Großteil der Mondoberfläche aufgenommen wurde. Diese wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin aufbereitet.

Zunächst mussten die aus Hunderten von Einzelbildern zusammengesetzten Bilddaten aufwendig retuschiert werden, um eine gleichmäßige Helligkeitsverteilung zu erreichen. Vor Ort im Gasometer wurden anhand bedruckter und konfektionierter Muster Beleuchtungstests für die Kontrast- und Farbabstimmung durchgeführt.
Anschließend wurden die Daten von "geo • Die Luftwerker" auf die Kugelgeometrie umgerechnet und in Einzelsegmente mit entsprechenden Nahtzugaben zerlegt.
Der anspruchsvolle Digitaldruck und Thermotransfer erfolgten in einer Lübecker Spezialdruckerei für technische Textilien. Bei einer maximalen Teillänge der Bahnen von fast 20 m musste besonderes Augenmerk auf die richtige Skalierung der Längen- und Breitenmaße gelegt werden, um trotz Materialschrumpfung beim Thermoprozess die erforderliche Bahngeometrie zu erreichen.

Nach erfolgtem Druck musste der Himmelskörper dann nur noch aus 160 Einzelteilen zusammengenäht werden. Diese Arbeit hat allerdings drei Monate gedauert und zum Ende fast die gesamte Fertigungsfläche bei geo • Die Luftwerker von 1.000 m² in Anspruch genommen.

Technische Daten:
  • Durchmesser 25 m, Umfang 78,5 m
  • Volumen 8.200 m³
  • Oberfläche 2.000 m²
  • Bilddaten NASA / DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Berlin)
  • Umrechnung der zylindrischen Projektion der Mondoberfläche auf die Kugeloberfläche sowie Aufteilung in 53 x 3 vertikale Segmente plus Nord- und Südpol mittels Spezialsoftware durch "geo • Die Luftwerker", Lübeck
  • Material: Polyester mit spezieller Beschichtung (Vorteile: hervorragende Porositätswerte, sehr gute Eignung für Digitaldruck: kontrastreich, abriebfest, UV-beständig)
  • Druckverfahren: gesamte Fläche Digitaldruck / Thermotransfer Spezialdruckerei für technische Textilien N³ Neelsen Print & Display GmbH, Stockelsdorf
  • Auflösung 35 dpi, 1 Pixel = 100 m (reale) Mondoberfläche
  • Dimensionierung und technische Realisierung elektrischer Ventilator zur permanenten Druckerzeugung und Aufhängesystem Ballonbau Wörner, Augsburg
  • Herstellung / Konfektion geo • Die Luftwerker, Lübeck
  • Insgesamt ca. 100 Mann- und Frautage Arbeit

Ausstellung Gasometer Oberhausen (bis 30. Dezember 2010):

"STERNSTUNDEN - Wunder des Sonnensystems"
heißt die Ausstellung - zu sehen im

Gasometer Oberhausen
Essener Straße 3
46047 Oberhausen
Fon 0208 - 8 50 37 30, www.gasometer.de

Lübeck, November 2009
Robert Meyknecht

geo • Die Luftwerker
Hinter den Kirschkaten 10
D-23560 Lübeck

Fon +49 (0) 451 - 40 08 50
Fax +49 (0) 451 - 40 08 52 5
www.geo-dieluftwerker.de
info@geo-dieluftwerker.de

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